Historie

Die Ruderbegeisterung in den 20er Jahren erfasste auch Schüler und Lehrer des damals staatlichen Archigymnasiums in Soest. Im Jahre 1927 gehörten der Ruderriege der Schule 53 Schüler an, und der Wunsch nach einem eigenen Ruderheim führte zur Gründung des Vereins, der am 22. August 1927 in das Vereinsregister Soest eingetragen wurde.

Im Oktober des gleichen Jahres konnte ein seenahes Grundstück über 1.030 qm in Delecke zu einem Preis von 4.120,- Reichsmark erworben werden. Die Kosten für Grundstückserwerb und Errichtung des Steinhauses von über 25.000 Reichsmark wurden über Sammlungen und Verkauf von Anteilscheinen für ein unverzinsliches Darlehen gedeckt. Dank der Großzügigkeit vieler Soester Bürger und Firmen konnte das Vorhaben im Jahre 1929 umgesetzt werden. Der Entwurf für das Gebäude wurde von dem bekannten Architekten Bruno Paul erstellt. Im August 1929 campierten die ersten vier Ruderer des Archigymnasiums im Landheim.

Zunächst wurde das Ruderheim nur von der Ruderriege genutzt. Ab 1931 aber wurden die Klassen des Archigymnasiums in das Landheim geschickt, was ab 1934 aufgrund einer behördlicher Anordnung zur Pflicht wurde.

Im November 1939 bezog die Wehrmacht das Ruderheim. Nach Ende des Krieges wurden sämtliche 10 Boote des Vereins von den Engländern beschlagnahmt. Erst seit dem Jahr 1950 konnte das Gebäude, welches sich in einem sehr schlechten Zustand befand, wieder von der Schule genutzt werden.

Das im Jahre 1937 für Lehrerschulungen errichtete Holzhaus konnte 1957 vom Verein Ruderheim erworben werden. Da sich das Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Vereinsheim befand und eine Zufahrt nur über das vereinseigene Gelände möglich war, bot sich eine Vergrößerung des Anwesens an, deren heutige Struktur damit erreicht wurde.

(Quelle: „Das Landheim, einst und jetzt“, Dr. D. Niemeyer, Festschrift zum 450 jährigen Bestehen des Archigymnasiums, Soest 1984)